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Die Zukunft der Kanzlei braucht die Sicht der Mitarbeitenden
Umfrage „Kanzlei. Mensch. KI.“: Wie Beschäftigte Digitalisierung und KI erleben – und warum ihre Sicht für Veränderung und Nachfolge zählt.
Über die Zukunft der Steuerberatung lässt sich lange sprechen, ohne eine einzige Fachkraft aus dem Team nach ihrer Meinung zu fragen. Neue Software, automatisierte Buchhaltung, KI: Was das bedeutet, zeigt sich nicht in Funktionsbeschreibungen, sondern am Arbeitsplatz. Mitarbeitende können aus eigener Erfahrung sagen, was ihnen hilft, was zusätzliche Arbeit macht und welche Fragen offenbleiben. Diese Perspektive wollen wir zum Ausgangspunkt machen.
Mit der Umfrage „Kanzlei. Mensch. KI.“ Möchten wir, die Jost AG, gemeinsam mit Schubart & Dulgeridis erfahren, wie Mitarbeitende in Steuerkanzleien Digitalisierung und künstliche Intelligenz erleben. Wie stehen sie zu den Veränderungen? Welche Aufgaben erwarten sie, welche wünschen sie sich? Und welche Unterstützung nehmen sie in ihrer Kanzlei wahr? Die Umfrage läuft seit dem 2. Oktober 2026.
Wir möchten zuhören, bevor wir Schlussfolgerungen ziehen.
Wer gefragt ist
Gefragt sind ausschließlich Mitarbeitende ohne Steuerberater- oder Wirtschaftsprüferexamen: Steuerfachangestellte, Steuerfachwirt:innen, Beschäftigte in Buchhaltung und Lohn, Auszubildende. Die Kanzleileitung soll nicht stellvertretend erklären, wie ihr Team denkt. Die Beschäftigten antworten selbst – auch diejenigen, die bislang keine KI nutzen oder noch nicht einschätzen können, was die Entwicklung für sie bedeutet.
Wie wichtig dieser Blick ist, zeigt die Personalsituation. Nach STAX 2024 blieben in Einzelkanzleien 59,1 Prozent der Stellen unbesetzt, die in den zwei Jahren zuvor besetzt werden sollten. Befragt wurden dafür Steuerberater:innen. Wie Steuerfachangestellte ihren Arbeitsalltag und ihre Perspektiven bewerten, lässt sich daraus nicht ablesen. Genau das möchten wir besser verstehen.

Facharbeit verändert sich
Der Wandel betrifft mehr als die Bedienung neuer Programme. Seit August 2023 verankert die Ausbildungsordnung für Steuerfachangestellte digitale Geschäftsprozesse ausdrücklich im Berufsbild: Datenflüsse und Schnittstellen beachten, Störungen erkennen, an ihrer Behebung mitwirken.
Wenn Software vorarbeitet, beginnt die Arbeit der Fachkräfte an einer anderen Stelle – beim Prüfen. Stimmen die Ausgangsdaten? Passt der Buchungsvorschlag zum Sachverhalt? Muss eine Rückfrage an die Mandanten oder die verantwortliche Berufsträgerin bzw. den Berufsträger folgen? Das verlangt steuerliches Wissen ebenso wie ein Verständnis der eingesetzten Systeme. Und nicht jede Tätigkeit verändert sich im gleichen Tempo: Manuelle Bearbeitung, digitale Unterstützung und automatisierte Vorarbeit bestehen in vielen Kanzleien nebeneinander.

Keine Prüfung, sondern Zuhören
Wird die Arbeit leichter oder entsteht zusätzlicher Prüfaufwand? Bleibt mehr Raum für fachliche Aufgaben und den Kontakt zu Mandanten? Gibt es Zeit zum Lernen und jemanden, an den man sich bei Unsicherheit wenden kann? Die Antworten dürfen unterschiedlich ausfallen. Eine Mitarbeiterin kann die Entlastung bei Routineaufgaben begrüßen und zugleich unsicher sein, was künftig von ihr erwartet wird. Ein Kollege probiert neue Anwendungen gern aus und lehnt einzelne Einsatzmöglichkeiten trotzdem ab.
Deshalb ist „Kanzlei. Mensch. KI.“ keine KI-Readiness-Prüfung. Die Umfrage misst weder, wie digital eine Kanzlei ist, noch, wie gut einzelne Mitarbeitende mit KI umgehen. Erhoben werden persönliche Wahrnehmungen, Erfahrungen und Erwartungen. Zustimmung, Kritik und Unsicherheit sind gleichermaßen erwünscht.
Nachfolge braucht die Perspektive des Teams
Für Jost hat diese Perspektive einen direkten Bezug zur Kanzleinachfolge. Mit einer Übergabe ändern sich Führung, Zuständigkeiten und Arbeitsweisen. Die Menschen, die Mandanten kennen, Vorgänge einordnen und den Alltag organisieren, tragen diese Veränderung mit und prägen ihre Richtung. Ihre Vorstellungen von guter Arbeit gehören deshalb früh in die Überlegungen zur Zukunft einer Kanzlei – nicht erst, wenn der Vertrag unterschrieben ist.
Die Umfrage prüft keine einzelne Kanzlei auf ihre Übergabefähigkeit. Sie holt die Erfahrungen derjenigen in die Diskussion, die in den Kanzleien arbeiten.
Eine Kanzlei wird nicht übergabefähig, weil ein Käufer auftaucht – sondern wenn sie nicht mehr täglich von wenigen Personen zusammengehalten werden muss.
Jetzt teilnehmen
Wer in einer Steuerkanzlei ohne Berufsexamen arbeitet, ist eingeladen, die eigene Sicht einzubringen – ohne KI-Vorkenntnisse, ohne Bewertung. Was funktioniert? Was sollte bleiben? Was sollte sich ändern?
Wer eine Kanzlei führt, kann die Einladung an das Team weitergeben und eine freiwillige Teilnahme ermöglichen. Berufsträger:innen, Partner:innen und Geschäftsführende können sich zu Beginn der Umfrage für das Whitepaper mit den Ergebnissen vormerken lassen.
Wer die Zukunft einer Kanzlei gestalten will, muss die Menschen einbeziehen, die dort arbeiten. Das gilt für den digitalen Wandel ebenso wie für die Nachfolge. Der erste Schritt ist, sie selbst zu fragen.
Nicht reagieren. Aktiv gestalten. Jost – Ihr Spielmacher im Nachfolgemarkt.